Simone Sonay wurde 1974 in der Nähe von München geboren. Schon als Teenager arbeitete sie in verschiedenen Jobs, unter anderem als Model für Erotikmagazine. Nach dem Mauerfall zog es sie immer stärker in die USA. Mit Anfang zwanzig wanderte sie nach Kalifornien aus, wo sie zuerst Bürojobs annahm, aber schnell den Kontakt zur Pornoindustrie knüpfte. Ihr erster Auftritt vor der Kamera war für eine kleine Produktionsfirma im San Fernando Valley – ein Schritt, den sie später als „glückliche Fügung“ beschrieb, weil sie genau dort ihre Leidenschaft für die Arbeit vor der Linse entdeckte.
In den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren drehte Simone Sonay für etablierte Studios wie Wicked Pictures, Vivid Entertainment und Sin City. Ihre natürliche Ausstrahlung und die Fähigkeit, sich schnell in neue Rollen einzufinden, machten sie zu einer gefragten Darstellerin. Besonders prägend war ihre Zusammenarbeit mit Regisseur Michael Ninn, der sie in mehreren aufwändigen Produktionen einsetzte. Sie selbst sagte dazu, dass diese Zeit ihr beigebracht habe, sowohl vor der Kamera als auch hinter den Kulissen Verantwortung zu übernehmen. Anders als viele Kolleginnen blieb sie lange der klassischen Hardcore-Szene treu und mied extreme Genres, was ihr den Ruf einer „professionellen Allrounderin“ einbrachte.
Nach über einem Jahrzehnt vor der Kamera spürte Simone Sonay den Wunsch, selbst Geschichten zu erzählen. Sie absolvierte Kurse in Drehbuchschreiben und Kameraführung und gründete 2015 ihre eigene Produktionsfirma. Ihr Regiedebüt war eine Serie, die stark von ihren eigenen Erfahrungen als Darstellerin profitierte – authentische Dialoge und eine entspannte Atmosphäre am Set wurden zu ihrem Markenzeichen. In Interviews betonte sie mehrfach, dass dieser Karriereschritt ihr eine völlig neue Perspektive auf die Branche eröffnet habe: „Als Darstellerin denkst du nur an deine Performance, als Regisseurin musst du das große Ganze im Blick haben.“
Simone Sonay blickt auf eine Laufbahn zurück, in der sie mehrere AVN Award-Nominierungen erhielt, aber nie den ganz großen Preis gewann – was sie nie als Makel betrachtete. Viel wichtiger seien ihr die langjährigen Freundschaften am Set und die Möglichkeit gewesen, unabhängig zu arbeiten. Seit 2020 tritt sie nur noch selten vor die Kamera, konzentriert sich auf die Betreuung junger Darstellerinnen und hält gelegentlich Vorträge über Selbstvermarktung in der Erwachsenenunterhaltung. In ihrem privaten Umfeld lebt sie zurückgezogen in Los Angeles, pflegt aber engen Kontakt zu ihrer Familie in Deutschland, die ihren Beruf nie verurteilt habe.